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31. Hessenwanderung - Werra-Burgen-Steig  
25. April -3. Mai 2015

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(alle Bilder: Rainer Dörry)

Samstag 25.4.    Von Hitzelrode nach Eschwege     16 km
Die Anreise der Wanderer erfolgt im Lauf des Vormittags, zumeist in Fahrgemeinschaften.
3 Teilnehmer zogen es vor, bereits am Vortag anzureisen und die Sache gemächlicher anzugehen.
Rainer , Herbert und Rosemarie hatten somit die Gelegenheit, das Fachwerkstädtchen und den Kurpark zu erkunden und in der Sonne genüsslich Kaffee zu trinken.

Am Samstag hatten die Fahrgemeinschaften das bessere Los gezogen. Denn obwohl die Bahn offiziell nicht mehr streikte, fiel dennoch die gewünschte Verbindung aus und die Gruppe mit Jürgen Euler kann erst eine Stunde später fahren. Für den Wanderstart um 11.00 Uhr wären sie also zu spät da.
Plan B wäre: die Gruppe kommt uns unterwegs entgegen. Tja,  soweit der Plan…
Unser Bus mit Fahrer Manfred, der uns die ganze Woche chauffiert, holt uns um 11.00 Uhr am Hotel ab und fährt uns nach Hitzelrode in die sogenannte „Hessische Schweiz“. Jochem hat für den Anfangstag eine Strecke aus dem Mittelteil ausgesucht, die zum Einlaufen angenehm ist, zumal wir ja nur einen halben Tag zur Verfügung haben. Deshalb laufen wir die Strecke auch nicht von Nord nach Süd, sondern in etwas anderen Etappenaufteilungen.
Etwa um 11.30 starten wir in Hitzelrode. Es geht vorbei am Wolfstisch, nach einem Abstecher an die ehemalige Grenze kommen wir vorbei am Pferdeloch, der Salzfrau und der Silberklippe bis nach Neuerode. Das Wetter ist mild, bewölkt, es gibt auch einige Tropfen von oben, aber am Nachmittag lässt sich auch die Sonne nochmal blicken.
Zur Mittagsrast finden wir am „Rastplatz Gobert“ eine wunderschöne Waldhütte, wo Traute uns mit Ahler Wurscht auf die kulinarischen Spezialitäten der Region einstimmt, lecker ergänzt von einem rustikalen Bauernbrot.
Solchermaßen gestärkt setzen wir unseren Weg in Richtung Eschwege fort.
Unterwegs sollten eigentlich Jürgen, Edda, Hanni und Inge zu uns stoßen. Aber dieser Plan B schlug auch fehl, weil sie, anstatt uns entgegen zu laufen, gleich die Richtung nach Eschwege einschlugen und wir uns erst am dortigen Bahnhof ganz kurz vor Abfahrt des Zuges um 16.39 Uhr trafen.
Mit dem Zug sind es von Eschwege nach BSA nur ein paar Minuten. Kurz nach 17.00 Uhr sind wir im Hotel Martina, wo wir die ganze Zeit über auch bleiben werden, denn wir haben ja einen Shuttlebus.
Zum ersten gemeinsamen Abendessen treffen wir uns um 18.45 Uhr.  Heute Abend haben wir uns viel zu erzählen.

Sonntag 26.4.     Von Schloß Berlepsch nach Hann.-Münden   21,5 km
Diese Etappe geht in umgekehrter Richtung wie im Wanderführer beschrieben, aber so hat die Strecke weniger Anstiege.
Bustransfer ist um 9.00 Uhr, und das soll in den nächsten Tagen auch so bleiben. Im Innenhof von Schloß Berlepsch gibt es einige Erläuterungen von Traute, und gegen 10.00 Uhr begeben wir uns dann auf den Weg mit der Markierung X 5 H, der uns während der gesamten Tour als Wegweiser dient. Oder manchmal auch nicht, wenn wir ihn vergeblich suchen   …. auch das kommt vor.
Nach dem Abstieg vom Schloß runter kommt ein ziemlich langer Aufstieg. In der Nähe von Atzenhausen steht ein Polizeiwagen und verkündet, dass ein Radrennen stattfindet und die Sportler in wenigen Minuten erwartet werden.  Wir warten auf die Radler, aber das dauert noch. In der Zwischenzeit steigen wir schon mal den Hang hinauf, und von oben sehen wir dann doch noch die Radler vorbeidüsen.
Heute haben wir mit dem Wetter weniger Glück. Es gibt einen kräftigen Schauer. An einer (leider geschlossenen) Hütte machen wir Mittagsrast, aber nicht allzu lange, dann zwingt uns erneuter Regen zum Aufbruch Richtung Lippoldshausen. Am Gasthaus „Letzter Heller“ vorbei gibt es noch mal einen kräftigen Anstieg, dann sind wir gegen 16.00 Uhr am Etappenziel Hannoversch-Münden. In einem Cafe mit ganz besonderem Ambiente kehren wir ein: das Cafe befindet sich in der ehemaligen Kirche St. Aegidius. Von hier sind es durch die Altstadt nur noch ein paar Schritte bis zum Parkplatz am Weserstein (Wo Werra sich und Fulda küssen…..) wo uns um 17.15 Uhr der Bus abholt.

Montag 27.4.   Von Schloß Berlepsch bis zum Öhrchen    16 km
Heute regnet es schon bei der Abfahrt. Der Bus bringt uns nach Schloß Berlepsch, wo wir auch gestern gestartet sind, weil wir die Tour in umgekehrter Richtung gelaufen sind.
Der Weg führt uns heute durch blühende Kirschbaumpflanzungen. Witzenhausen ist das Zentrum des Kirschenanbaus, und wir können die Bäume in voller Blütenpracht bewundern, nachdem der Regen endlich nachgelassen hat. Außer Kirschblüten gibt es auch noch viele andere Blumen zu bewundern, vor allem gelbe Schlüsselblumen, die andernorts schon sehr selten geworden sind. Weiße Anemonen und lila Veilchen machen die Farbenpracht komplett.
Schlag 12.00 Uhr sind wir auf dem Marktplatz von Witzenhausen und haben genau die Hälfte geschafft. Eine halbe Stunde Mittagspause ist angesagt, die jeder nach Gusto verbringt, im Cafe oder anderswo.
Ab heute begleiten uns Henner und sein Hund Rocky. Henner will uns in Witzenhausen das Tropenhaus zeigen, aber es hat leider geschlossen. Wir verlassen die Stadt und passieren einen Aussichtspunkt, von wo man nach Wendershausen und Burg Hanstein sehen kann.
Es geht jetzt heftig bergab und der Weg ist rutschig. Am steilsten ist ein Hang mit Serpentinenweg kurz vor dem Rastplatz „Öhrchen“. Dort sammeln wir uns und stellen uns in der Hütte unter, denn inzwischen regnet es wieder einmal, und zwar heftig.
Eigentlich hätten wir noch ca. 2 km bis zur Burg Ludwigstein zu laufen, aber wetterbedingt ist die Motivation der Truppe ziemlich auf dem Tiefpunkt. Der Bus soll uns hier abholen. Aber er würde 40 Minuten brauchen, und solange wollen wir nicht frierend hier herumstehen oder sitzen. Also wählen wir das vermeintlich kleinere Übel und gehen dem Bus entgegen. Am Rande der Landstraße macht das nicht so viel Freude. Wir sind nicht nur nass, sondern auch reichlich mit Schlamm eingesaut. Die Schuhe und Hosenbeine spotten jeder Beschreibung.
Um 16.00 Uhr treffen wir an einem Parkplatz auf den Bus. Erwartungsgemäß ist Manfred höchst entzückt ob unseres Verschmutzungsgrades. Aber was sollen wir machen?

Dienstag  28.4.   Burg Ludwigstein – Bad Sooden-Allendorf  (BSA)  17,6 km
Heute starten wir ausnahmsweise eine halbe Stunde später, weil Traute sich neue Wanderschuhe kaufen muss. Die alten haben gestern ihren Geist aufgegeben.
Vor der Burg Ludwigstein hören wir einige Erläuterungen von Traute zur Geschichte der Burg. Gegen 10.00 Uhr starten wir dann mit unserer Wanderung. Es geht zum Großen Habichtstein, von wo man eine tolle Aussicht hat, und sodann stetig bergab. Am Oberrieder Bach, mit Blick in das Sehlenbachtal, halten wir Mittagsrast auf einem Stapel Baumstämme, von der Sonne warm beschienen.
Es geht ein Stück die Straße entlang, und wir suchen intensiv nach einer Markierung, wo der X 5 H weitergeht. Eine Treppe führt den Hang hinauf – aber das führt uns in die Irre, denn die Treppe gehört nicht zum Weg und hat uns nur genarrt, die Markierung zweigt erst ein paar Schritte später links ab von der Straße und führt in einem längeren Anstieg zum Roßkopfturm, den wir natürlich besteigen und die Aussicht genießen.
Anschließend geht es abwärts bis zum Berggasthaus Ahrenberg, wo der Wanderweg direkt über die Restaurantterrasse führt. Die Wegführung erfolgte ganz sicherlich mit Hintergedanken: auch wir bleiben an dieser gastlichen Stätte hängen und laben uns an Kaffee und Kuchen und anderem. Unterhalb der Terrasse sieht man auf eine Wiese, auf der eine bunte, sehenswerte Hühnerschar in sichtlichem Wohlbefinden herumstolziert. Jetzt haben wir noch ein knappes Stündchen bis BSA, wo wir heute zu Fuß direkt am Hotel eintreffen.
Der heutige Abend wurde, wie man hörte, der Absingung von Wander- und Turnerliedern gewidmet.

Mittwoch  29.4. Von  Eschwege nach  Röhrda-Schieferstein  16 km

Heute hat die Bahn Verspätung, dennoch profitieren wir davon, indem wir den vorherigen Zug benutzen können und somit zeitiger wegkommen als geplant.
Ca. um 9.25 Uhr fahren wir mit der Bahn nach Eschwege, in Begleitung des neuen Wanderwarts vom Turngau Werra, Karl-Otto Friedrich.
Um 10.00 Uhr stehen wir erwartungsvoll vor dem Landgrafenschloss in Eschwege: das „Dietemännchen“ kommt in luftiger Höhe aus einem Türchen, fährt um das Türmchen herum und spielt dabei eine Melodie auf der Posaune, bevor es wieder im Turm verschwindet.
Danach reicht die Zeit gerade aus, um durch die Innenstadt hindurch über den Wochenmarkt (mit bemerkenswert vielen Wurstständen!) das alte Rathaus zu erreichen, wo um 10.15 Uhr ein Glockenspiel erklingt. Gleichzeitig tritt ein frisch getrautes Ehepaar vor die Tür und müht sich redlich, mit einer Kinderschere ein bunt bemaltes Bettlaken zu zerschneiden.
Am Luftsportverein vorbei geht es zur Regener Hütte, dann kommen wir nach einem Aufstieg zu dem Aussichtspunkt „Auer Blick“, wo wir uns zur Mittagsrast niederlassen und den schönen Ausblick genießen.
Unser nächstes Ziel ist die Schiefersteinhütte, von wo aus wir relativ steil hinab nach Röhrda-Schieferstein absteigen. Dort holt uns nach längerer Wartezeit der Bus ab.

Donnerstag 30.4.   Röhrda-Schieferstein    -   Holzhausen    20 km
Der Bus bringt uns (um 9.00 Uhr wie immer) wieder nach Röhrda-Schieferstein an dieselbe Stelle, wo er uns gestern abgeholt hat. Der eigentliche Wanderstart ist an der Schiefersteinhütte oben im Wald.
Um uns den steilen Aufstieg zu ersparen (damit wir nicht vorzeitig ermüden, denn die heutige Etappe ist eine recht lange) hat sich unser Wanderführer etwas besonders Pfiffiges ausgedacht: während wir gestern auf den Bus warteten, hat er einen Landwirt ausfindig gemacht, der uns gegen ein kleines Honorar auf den Anhänger seines Traktors lädt und uns hinauf auf die Schiefersteinhütte kutschiert.
Also begeben wir uns auf den Bauernhof, der nicht weit von der Stelle entfernt ist, wo uns der Bus ausgeladen hat. Die linke Bordwand des Anhängers wird heruntergeklappt, zwei Leitern angestellt und dann klettern wir alle auf die Ladefläche. Leiter rauf, Bordwand hoch und dann beginnt das rumpelige Abenteuer. An der Bordwand muss man festen Halt haben und bei jedem tiefhängenden Ast – und davon gibt es viele – schnell den Kopf einziehen. Wie heißt es so schön? Besser schlecht gefahren als gut gelaufen – und laufen müssen wir heute noch genug. Auf jeden Fall ist die Traktorfahrt ein Heidenspaß.
An der Hütte angekommen beginnt um 10.00 Uhr die eigentliche Wanderung. Unser erstes Ziel ist die Erikahütte mit einer schönen Aussicht. Dort in der Nähe entdeckt Trude eine gelbe Orchideenart.
Kurz vor 13.00 Uhr halten wir Mittagsrast an einem Grillplatz in der Nähe von Rittmannshausen. Im Laufe des Nachmittags müssen wir noch einmal die Regensachen auspacken. Einem weiteren Schauer können wir entgehen, während wir im Seniorenheim Heidelberger Hof zu Kaffee und Kirschkuchen einkehren.
Am Wegesrand gibt es heute nicht nur Kunstwerke zu bestaunen (Ars Natura) sondern auch 3 bemerkenswerte Kirchen, die tatsächlich auch zur Besichtigung offenstehen.
Um 16.40 Uhr treffen wir am Ziel in Holzhausen ein, wo um 17.00 Uhr der Bus abfährt. Und es regnet wieder kräftig, aber solange wir im Bus sitzen, stört uns das wenig.

Freitag 1.5.   BSA – Hitzelrode   12 km
Start zu Fuß direkt am Hotel um 9.00 Uhr. Durch Bad Sooden hindurch hinüber nach Allendorf, an der Werra entlang zum „Brunnen vor dem Tore“, der hier besungen wurde. Natürlich kommen wir hier nicht dran vorbei, ohne ein Gruppenfoto zu machen und alle 3 Strophen des Liedes zu singen, dessen Text auf einem Denkmal in Stein gemeißelt ist.
Hinauf auf das Schloss Rothestein führen 2 Wegvarianten: die Direttissima, 900 m auf  X 5 H, ziemlich steil , oder eine gemäßigte Variante über den Fahrweg, ca. 2 km lang. Vom Schlosshof hat man in alle Richtungen eine fantastische Aussicht.
Auch der nächste steile Anstieg lässt sich entschärfen: über den Panoramaweg nach Hitzelrode. 
Diesmal ist die entschärfte Variante deutlich kürzer als die Originalstrecke. In Hitzelrode auf dem Waldfestplatz ist Festbetrieb (Feiertag!). Dort kehren wir ein und lassen uns Bratwurst und andere gute Sachen schmecken. Hier haben wir reichlich Zeit, denn der Bus kommt erst um 15.30 Uhr.
Heute essen wir ausnahmsweise schon um 18.00 Uhr, denn heute Abend werden wir zu einer Stadtführung abgeholt. Wir sehen einige interessante Ecken von Bad Sooden, jedoch der Redeschwall des Stadtführers ist ziemlich anstrengend. Kurz vor 21.00 Uhr ist die Führung beendet.

Samstag 2.5.    Holzhausen – Tannenburg  16 km
Heute bekommen wir vom Hotel ein Lunchpaket mit. Der Bus kommt wie immer um 9.00 Uhr und bringt uns nach Holzhausen an die Kirche, von wo aus wir um 10.00 Uhr starten.
Am Hotel Hohenhaus vorbei führt uns der Weg ganz entspannt, denn das Höhenprofil ist heute am letzten Tag eher harmlos. Dafür haben wir jedoch mit Matsch und umgestürzten Bäumen zu kämpfen, die überklettert werden müssen.
Kurz vor Blankenbach machen wir Pause an einem Rastplatz mit Steintisch und einigen Bänken, wo wir das Lunchpaket vom Hotel auspacken. Zwei aufdringliche Katzen gesellen sich zu uns und machen Anstalten, uns den Proviant streitig zu machen.
Auch heute haben wir unterwegs mal wieder einige Mitwanderer verloren, die unser Wanderführer mühsam wieder ausfindig machen und zur Truppe zurückführen muss.
Am Ortsrand gibt uns ein Anwohner einen Tipp für eine besonders schöne Wegvariante, wo man eine tolle Aussicht hat. Gegen 15.00 Uhr erreichen wir das Endziel des Werra-Burgen-Steiges: die Tannenburg mit einer gemütlichen Einkehr und Verteilen der Wanderurkunden. Wir lassen die vergangenen Tage nochmal kurz Revue passieren, dann kommt ein „Fastenteller“ auf den Tisch, der keineswegs so karg ausgestattet ist, wie es der Name vermuten ließe. Die Bretter biegen sich geradezu von den aufgehäuften Köstlichkeiten, die wir gar nicht alle aufessen können. Gut gesättigt treten wir um 17.00 Uhr die Heimfahrt mit dem Bus an.

Sonntag  3.5.2015
Nach dem Frühstück heißt es Abschiednehmen und alle fahren wieder nach Hause. Wir sehen uns im nächsten Jahr im Spessart wieder.

Bild_ Gruppenbild vor Burg Ludwigstein-kl
Bild_ Gruppenbild_Blick auf Hitzelrode-kl
Bild_Gruppenbild vor Schloss Berlepsch-kl
Bild_Inge_Habichtstein-kl
Bild_Jürgen und Jochem-kl
Bild_Kaffee in der Kirche_Hann-Mü-kl
Bild_Schloss Berlepsch-kl