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17. Hit-Wanderfreizeit Bafa-See / Latmos-Gebirge (Westtürkei)
von 21. - 28. März 2015

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(alle Bilder: Rainer Dörry)

Eine anstrengende, aber historisch kulturreiche Wander-Freizeit führte uns in den Naturpark und Vogelschutzgebiet am Bafa-See in der West-Türkei. Viele historische Stätten bis in die Zeit 11.000 v. Chr.  erwarteten uns.

Reibungslos verlief unser Flug nach Izmir mit der anschließenden Busfahrt in die historische Stadt Herakleia, wo diese Woche unser Domizil in der Agora-Pansiyon im Dorf Kapikiri lag. Bürgerliche türkische Kultur und Essen erwartete uns hier. Senior-Chefin Özgün kochte persönlich und die Söhne standen als Wanderführer bereit.

Unsere erste Tour am Sonntag führte uns zur Einführung durch die historische Ruinen-Stadt Herakleia und auf den Resten der historischen Stadtmauer sowie der Umgebung unserer Pansiyon. Herrliche Ausblicke auf den Bafa-See vom Athena-Tempel aus, der aus alt-griechischer Zeit stammt und erbaut wurde als sich der Hirt Endymion in die Mondgöttin Selena verliebte. Anschließend kamen wir zur Festung aus Byzantinischer Zeit hoch über dem Bafa-See und zum Amphit-Theater. Nach dem Mittagessen in der Pansiyon wanderten wir zur Akropolis auf der antiken Klosterstrasse hinunter zum See, ehe es zum verdienten Abendessen in die Agora Pansiyon zurückging.

Am Montag kurze Anfahrt zum Dorf Karahayit. Wir erreichen mit teilweise akrobatischen Kletterpartien die Neolithischen Felsmalereien von vor etwa 11.000 Jahren v. Chr. Anschließend führte uns die Wanderung über Felssteige und unebenes Gelände zum Sieben-Brüder-Kloster aus der Anfangszeit des Christentums hoch oben im Latmos-Gebirge. Hier sehen wir guterhaltene Fresken der Kreuzigung, Taufe u.a. Mittagsrast ist heute bei leichtem Nieselregen das Lagerfeuer inmitten des Klosters mit Knoblauchwurst und Weißbrot, die im Feuer geröstet wurden, sowie Rotwein zum Anlaß des Geburtstages von Wilfried. Die Wanderung endet im Dorf Gölyaka, wo die Mehrzahl der Wanderer von den Autos abgeholt wurden. Einige jedoch wanderten noch die restlichen 4 Km bis zur Pansiyon.

Der Dienstag war eine Art Ruhetag, denn wir fuhren nach Milas (das historische Mylasa). Zuerst jedoch hinauf nach Labranda, ein Heiligtum von Mylasa, das durch einen 14 km langen Pilgerweg von dort verbunden ist. Die Straße nach Labranda ist durch tiefe Löcher geprägt, die die LKW-Fahrer, die Gneis und Feldspat aus den Bergen ins Tal bringen, jedoch in hoher Geschwindigkeit fahren, verursacht - die Bezahlung der Fahrer erfolgt nach Fahrtanzahl. Im Mittelpunkt von Labranda steht der Zeus-Tempel. Danach geht’s zum Wochenmarkt nach Milas, Obst und Gemüse ohne Ende, Kupfer, Filz und vieles andere. Hier kaufen wir Schmerwurz, das unser Gemüse bei der Abendmahlzeit wird. Vor dem Essen gibt es jedoch noch einen kleinen Bummel durch Kapikiri.

Die Mittwoch-Wanderung führt uns heute zur Vorgängerstadt von Herakleia, nach Latmos hoch oben in den Bergen. Während in Herakleia heute noch Menschen leben, ist Latmos total einsam. Latmos wurde von christlichen Eremiten, die aus dem Jemen und dem Sinai-Gebiet vertrieben wurden, bewohnt. Spuren aus dieser christlichen Zeit zeugen die Christus-Höhle und die Pantakratar-Höhle, die ebenfalls nur durch Kletterpartien zu erreichen waren. Unser Wanderführer Cengiz sagt, es gebe davon noch viele Höhlen, auch Braunbären soll es in dieser Gegend noch geben. Auf dem Weg zum See sehen wir noch die Mäuerchen mit den Bienenstöcken. Die Mittagsrast findet heute mit dem Lagerfeuer, Knoblauchwurst und Weißbrot am historischen Hafen der Stadt Herakleia am Bafa-See statt.

Der Donnerstag beginnt mit einer Bootsfahrt auf Fischerbooten vom Anlegeplatz an der Byzantischen Festung über den See zur Zwillingsinsel, begleitet von Kormoranen, Pelikanen, Reihern und Rostgänsen. Die Zwillingsinsel selbst darf nicht betreten werden, da Vogelschutzgebiet. Hier leben etwa 260 verschiedene Vogelarten das ganze Jahr über. Nach dem Anlegen an der Steilküste beginnt das Auf und ab durch die Felsen. Ehemals gab es hier auch eine Straße, die jedoch nicht mehr in Betrieb ist und irgendwo in den See abgebrochen ist. Über Mauern, durch Sumpf und unter Stacheldraht durch erreichen wir mit Oktay das Yayla, ehemals Sommerdorf, wo wir uns auf ein Glas Tee freuen.

Unsere letzte Wanderung am Freitag führte uns auf die Südseite des Bafa-See. Die Gegend ist total anders. Durch blühende Wiesen mit Orchideen verschiedener Art kommen wir zu den antiken Marmorbrüchen hoch im Berg. In der Nacht hatte es geregnet, daher sind die Wege und Felsen glatt. Die liegen gebliebenen Säulen-Trommeln wurden für den Apollon-Tempel in Didyma gehauen, konnten aber nicht mehr hingebracht werden. Wegen Regen und Sturm müssen wir uns an der Strasse abholen lassen. In der Pansiyon müssen wir Koffer packen.

Das Latmos-Gebirge hat zwei Paar Wanderstiefel kaputt gemacht, einige Hüften und „Geh-Organe“ sind geschafft, aber Heimat – wir kommen. Der Rückflug am Samstag verlief wieder reibungslos.

Rainer Dörry

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