HTV-Web-Bild
[Home] [Wanderwochen] [2014-Saar-Hunsrück-Steig]

15. Hit-Wanderfreizeit Saar-Hunsrück-Steig
von 04. - 11. Mai 2014

Bilder
mit Klick vergrößerbar
(alle Bilder: Rainer Dörry)

Unser Wanderführer Rainer Dörry hatte in Niederwalluf zur Bahnfahrt nach Mettlach über Koblenz und Trier 7 unternehmungshungrige Wanderer um sich versammelt, um mit ihnen den Abenteuerpfad zu erwandern.
Das erlebnisreiche Wandern auf Premiumwanderwegen, ausgezeichnet mit dem Deutschen Wandersiegel, erfolgte nach der gut ausgeschilderten Wegmarkierung „grün-blaues Viereck mit stilisiertem SH in weiß und Saar-Hunsrück-Steig“.
Breite Forstwege, kleine schmale Pfade mit Steigungen und Gefällstrecken mit vielen Richtungsänderungen, Kehren und Schleifen, bei denen nur selten Dörfer und Städte berührt wurden, bestimmten unseren Wanderrythmus. Die gesamte Wegstrecke war ein ständiges Auf und Ab, bei der von den Wegmachern kein Hügel ausgelassen wurde. Von Höhenzügen hatte man fantastische Ausblicke, die für den ein oder anderen schweißtreibenden Anstieg entschädigten.

Doch zunächst einmal bezogen wir für 2 Tage Quartier im Bio-Hotel Haus Schons direkt an der Saar. Eine kurze Stadtbesichtigung endete im Biergarten der Mettlacher Abteibräu, deren Motto lautet: „Hier stärkt sich der Wanderer in der Brauerei, die auch gut kochen kann und ihren eigenen Senf dazu gibt“. Wir probierten: Gefilltes, Gekratztes, Kartoffelstippcher und Saarländischer Lyonersalat.

Orscholz zur Girtenmühle.
Nach einer kurzen Anfahrt zum Aussichtspunkt Cloef - niederdeutsches Wort für Klippe oder Felsen - in Orscholz, der einzige Punkt, von dem die Saarschleife in ihrer Gesamtheit überblickt werden kann, begann die Wanderung, die uns bis Mettlach über spektakuläre Pfade immer bergab ins Saartal führte. Hinter dem Ortskern, vorbei an Schloß Ziegelberg, dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Boch, stiegen wir in Serpentinen auf einen Höhenrücken, um dann auf drei Kilometer das romantische Saarhölzbachtal mit dem geschwungenen Bachlauf, der Auenlandschaft und den wechselnden Pfaden den Höhepunkt des Natur- und Wandererlebnisses auf dieser Strecke zu erleben. Auf dem idyllischen Waldweg sind nicht nur Grenzsteine jüngeren Datums sondern auch Markierungen der historischen Wasserleitung „Steinchen“ zu sehen. Nun mußten wir uns sputen, um über Britten zu unserem Etappenziel Girtenmühle zu kommen, denn der bestellte Bus wartete nach 21 km auf uns.

Girtenmühle - Waldhölzbach
Der  2. Wandertag startete an der Girtenmühle in das Tal des romatischen Rotenbachs über einen schmalen Pfad. Nach Überquerung eines Bergrückens schlängelte sich der Steig entlang an Wiesen und Waldweihern, durch Buchenwälder, vorbei an einem verlassenen Steinbruch in Richtung Losheimer Stausee. Mit dem Aufstieg vom Stausee nach Scheiden, dem höchstgelegenen Dorf im Saarland, begann eine sehr anstrengende und erlebnisreiche Etappe über mehrere Felsformationen (Teufels- und Bärenfelsen) immer leicht bergauf, bis wir, zahlenmäßig geschrumpft, das historische Backhaus in Waldhölzbach erreichten. Mit dem Taxi ging es zum Seehotel Losheim, wo die anstrengende Wanderung über 21 km im Hochwälder Brauhaus ihren Ausklang fand.

Waldhölzbach - Reidelbach
Eine kurze Fahrt zum Backhaus und schon befanden wir uns im Anstieg über den Engelsfelsen zum Wildpark Weiskirchen. Kleinere Kletterpartien und Bachüberquerungen über Trittsteine erforderten Kondition und Trittsicherheit, zumal durch einen langen Regenschauer die Wege glatt und rutschig wurden. Kurz vor unserem Ziel Hotel Reidelbacher Hof ereilte uns nochmals ein Regenguß, so daß wir nach 18 km bedient waren. Aber nach einem guten und reichhaltigem Essen vergaßen wir die Widrigkeiten.

Reidelbach - Kell am See
Mit einem Blick zurück über offene Wiesen und schöne Aussichten starteten wir durch ein weiteres Bachtal auf die Höhe bei Wadrill, wo uns der Weg durch Wiesen einer einsam gelegenen Hochalm führte. Über den Bergsattel durchs Wadrilltal wurde der Weg breiter, verläuft flussabwärts. Der Aufstieg zur mittelalterlichen Grimburg fand keine Mehrheit, so wanderten wir durch das einsame Tal der Wadrill mit seinen herrlichen Wiesen. Am Keller-Steg vorbei an einer riesigen Biberburg, nehmen den Abzweig nach Trier und gingen weiter in Richtung Kell am See. Nach Überquerung der Hunsrück-Höhenstraße trafen wir auf den Ruwer-Radweg, dem wir bis Kell folgten. Nach 18 km und einigen Irrungen erreichten wir den Stausee in Kell und unser Hotel Fronhof.

Kell am See - Mertesdorf
Wir stiegen vom Keller See auf zum Osburger Hochwald, durchwanderten das Quell-Moor am Rösterkopf über einen Bohlensteg und gelangten hinab zur Riveris-Talsperre. Wegen Holzfällerarbeiten und der Wegabsperrung mußten wir einen Umweg mit Abstieg nach Riveris machen, um in das Ruwertal bei Waldrach zu gelangen. Hier bewahrte uns Georg vor weiteren zahlreichen weiteren Umwegen. Eine Busfahrt nach Kasel folgte und kurz darauf erreichten wir das Hotel Karlsmühle in Mertesdorf. Die Karlsmühle ist die älteste Mühle nördlich der Alpen, eine Gesteinsmühle mit Mühlentradition bis in die Römerzeit.

Mertesdorf - Trier
Der Hunsrück liegt hinter uns, es wartete unser Ziel Colonis Augusta Treverorum - Rom an der Mosel - Trier, die älteste Stadt Deutschlands. Doch davor mußten wir von Kasel noch einmal einen langen Aufstieg entlang des Benninger Bach auf uns nehmen. Nach Weinbergen und Waldaufstieg befanden wir uns in wogenden Bergwiesen mit Blick in das Moseltal. Nach verschiedenen Richtungsänderungen um die Wohnsiedlung Trimmelter Hof erreichten wir beim Abstieg die ersten Rebenhänge vor den Toren der Stadt und unser Endziel am Reiterhof. Der Weg hinab zur Bushaltestelle war kurz und so erreichten wir die Porta Nigra und das Chiara Hotel nach insgesamt gewanderten 112 km.

Ein Abschlußessen in Trier beendete die harmonische Wanderwoche, der eine ruhige Heimfahrt mit der Bahn folgte.

Manfred Lerch

2014-Saar-Hunsrueck-02-kl
2014-Saar-Hunsrueck-03-kl
2014-Saar-Hunsrueck-05-kl
2014-Saar-Hunsrueck-11-kl
2014-Saar-Hunsrueck-12-kl
2014-Saar-Hunsrueck-18-kl
2014-Saar-Hunsrueck-19-kl
2014-Saar-Hunsrueck-28a-kl
2014-Saar-Hunsrueck-36-kl
2014-Saar-Hunsrueck-43-kl
2014-Saar-Hunsrueck-45-kl
2014-Saar-Hunsrueck-48-kl