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27. Hessenwanderung auf dem Nibelungen-Steig - 17. bis 24. April 2012

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Auf dem Nibelungensteig

27. Hessenwanderung vom 17. bis 24. April 2012 von Zwingenberg bis Miltenberg

Dienstag 17. April 2012
Etappe 1: Zwingenberg – Reichenbach 12 km

Anfahrt der Wanderinnen und Wanderer des HTV aus allen Richtungen mit Zug nach Zwingenberg und Wanderstart kurz nach 11.00 Uhr.
Aufstieg zum Melibokus (517m). Dort Mittagsrast bei herrlicher Aussicht. Auf der anderen Seite geht es wieder hinunter, dann hinauf auf den Felsberg, welcher fast genauso hoch ist (514m), und durch das berühmte Felsenmeer steiler Abstieg nach Reichenbach, wo sich eine von mehreren Siegfriedquellen befindet. Hier holt uns der Bus ab und fährt uns nach Gras-Ellenbach ins Cafe Sattler, wo wir die ganze Woche wohnen werden. Der Gastgeber hatte uns schon am Bahnhof in Zwingenberg empfangen und unser Gepäck eingeladen.
Abends essen wir im Nachbarhaus im Restaurant Reimann, wo wir die ganze Woche lecker bekocht und sehr aufmerksam und freundlich bedient wurden.

Mittwoch 18. April 2012
Etappe 2: Reichenbach – Lindenfels 14 km

Es hatte zwar in der Frühe geregnet, aber als um 9.00 Uhr der Bus kommt, wird es heller und die Sonne zeigt sich. Es ist kühl, aber zum Wandern recht angenehm. Ins Schwitzen kommen wir schon genug, wenn wir den Berg hinaufsteigen: zuerst nach Hohenstein, wo es einen großen Quarzit-Kletterfelsen und ein idyllisches Hofgut gleichen Namens gibt.
Durch Wälder und Wiesen geht es nach Knoden, einem kleinen Weiler, und sachte abwärts nach Schannenbach, wo wir in der Ortsmitte ein paar geeignete Bänke für unsere Mittagsrast finden. Längst hat sich die Wandergruppe in mehrere Fraktionen aufgeteilt: zwei Teilnehmer entschwinden morgens schon nach wenigen Minuten unseren Blicken – und müssen dann nachmittags entsprechend lange auf uns warten.
Der übrige Teil zerfällt in mindestens 2 Untergruppen, die jeweils auch an unterschiedlichen Stellen rasten. Zwischendurch verständigt man sich per Handy (wo seid Ihr gerade? Wir haben eine offene Kneipe gefunden!)
Über die Mathildenruhe gelangen wir auf den Krehberg, mit 575 m heute unser höchster Punkt. Nun steigen wir hinab nach Schlierbach, eines der schönsten Fachwerkdörfer im Odenwald, mit einem sehenswerten Friedhof: „Stickelgräber“, schlichte weiß lackierte Bretter mit Inschriften und Blumenverzierung, die den Grabstein ersetzen.
Von hier führt ein Seitental zum Lindenfelser Sportplatz, und am Burgberg entlang sehr steil in den Ort. Die „Vorläufer“ sitzen derweil schon geraume Zeit im Bistro Lindenfels am Moelan-Platz (Moelan ist die bretonische Partnerstadt von Lindenfels), und an dieser Stelle holt uns der Bus um 16.00 Uhr ab.

Donnerstag 19. April 2012
Etappe 3: Lindenfels - Grasellenbach 13 km (+2 km nach Wahlen)

Heute fahrt der Bus schon um 8.45 ab. Es regnet. Bis wir aber um 9.20 in Lindenfels sind, hat es wieder aufgehort. Zur Umgehung eines Auf- und Abstiegs direkt am Touranfang hat Jochem eine Alternative ausgekundschaftet.
Heute haben wir die ersten beiden Ausfalle: 2 sind im Hotel geblieben.
Das Höhenprofil ist heute gnädiger zu uns, die Anstiege sind mit Ausnahme des Stücks vor der Walburgiskapelle moderater.
Wir kommen zuerst am Gumpener Kreuz vorbei. Dahinter gibt es eine größere Anzahl interessanter alter Grenzsteine zu sehen, die mehrere Jahrhunderte Geschichte eindrucksvoll demonstrieren.
Am Ortsrand von Weschnitz gibt es einen sehenswerten Waldfriedhof mit schlichten braunen Holz-Kreuzen.
Jetzt steigt der Pfad in Serpentinen zur Walburgiskapelle empor. Die Mühe lohnt: die Aussicht ist atemberaubend. Einmal ins Tal zurück nach Lindenfels, in nördlicher Richtung erkennt man den Otzberg und das Kraftwerk Staudinger. Wahrend wir Picknick machen, können wir das Panorama in Ruhe genießen.
Spater, bei einer Wartepause im Wald, vergisst Inge ihre Wanderstöcke, die an der Bank lehnten. Norbert tragt sie ihr nach. Es dauert ziemlich lange, bis sie es merkt
Wir kommen in das idyllische Gaßbachtal und kehren im Cafe Bauer ein. Die Auswahl an Gebäck und Torten ist ebenso beeindruckend wie die Dekoration mit zahlreichen aufgehängten Kaffeetassen.
Dann kommt noch mal ein kleinerer Anstieg, bevor wir Gras-Ellenbach erreichen. Unterwegs stehen viele Tafeln mit Kapiteln des Nibelungenlieds.
Hier endet offiziell die Etappe. Auf dem Zubringerweg mit dem grünen N gehen wir noch ca. 2 km nach Wahlen in unser Hotel.

Freitag 20. April 2012
Etappe 4: Gras-Ellenbach - Marbach-Stausee 15 km

Da wir heute Morgen keinen Bustransfer haben, dürfen wir ein wenig langer schlafen. Abmarsch ist um 9.30. Erstes Etappenziel ist die Siegfriedquelle. Es gibt zwar mehrere, aber diese dürfte die bekannteste sein. Karin hat heute Geburtstag, und an der Quelle gibt es einen kleinen Umtrunk.
Der Aufstieg zum Brunnen war auch heute schon die anstrengendste Etappe im Höhenprofil, welches heute eher harmlos ist. Oberhalb des Brunnens laufen wir über den Spessartkopf, der heute unser höchster Punkt ist, dann durch das Naturschutzgebiet „Rotes Wasser“, ein Torfmoor mit federnden Wegen, am Ort Olfen vorbei.
Das Mittagspicknick (jedenfalls das unserer 16-köpfigen Teilgruppe) findet statt in der Frankfurter Hütte, mit Blick auf den Meisengrund.
Nicht lange danach kommen wir durch den Ort Hüttenthal mit der gleichnamigen Käsefabrik. Im Cafe Marbachtal kehren wir ein. Bis zum Marbach-Stausee ist es nicht mehr weit, an der Staumauer holt uns der Bus ab.

Samstag 21. April 2012
Etappe 5: Marbach-Stausee - Schollenbach 18 km

Es ist trübe und kühl - nicht einmal 10 Grad, als uns um 9.00 der Bus abholt und an den Stausee bringt. Auch heute sind wir nicht vollzählig. 3 fehlen wegen Erkältung und orthopädischer Beschwerden.
Heute ist die längste Laufstrecke zu bewältigen. Am Anfang der Strecke gibt es die Möglichkeit, eine Schleife abzukürzen und direkt zum Himbachel-Viadukt zu laufen. Der Originalweg ist etwa eine Stunde länger.
Von dem beeindruckenden Viadukt aus steigt der Weg erst mäßig, später steiler an bis zum Ebersberger Felsenmeer. Dieses ist aus Buntsandstein, im Gegensatz zum Reichenbacher Felsenmeer, welches aus Granit ist.
Danach erreichen wir alsbald die Gebhardshütte. Die Kurzwanderer haben uns wissen lassen, dass sie dort eingekehrt sind, und wir stoßen zu ihnen.
Von dort aus geht es an dem ominösen Rutschstein vorbei, dessen Bedeutung nicht ganz geklärt ist.
Sachte abwärts durch ein Waldtal laufend erreichen wir Schollenbach, das heutige Etappenziel. Das Kirchlein kann besichtigt werden, nachdem wir uns den Schlüssel im Pfarrhaus geholt haben. Die Ortschaft liegt teilweise auf hessischem und teilweise auf badischem Gebiet. Das Flüsschen Itter bildet die Grenze, und das schon seit dem frühen Mittelalter.
Beim Warten auf den Bus regnet es kräftig. Die Zahl der Erkälteten steigt.

Sonntag 22. April 2012
Etappe 6: Schollenbach - Ottorfszell 16 km

Um 8.45 holt uns der Bus und fährt uns nach Schollenbach. Gesundheitsbedingt haben wir einige Ausfalle. Drei stark Erkältete sind im Hotel geblieben, einer gar schon nach Hause gefahren.
Es beginnt mit einem steilen Aufstieg durch den Wald von Schollenbach nach Hesselbach. Dort steht altes Mobiliar auf der Straße, welches wir kurzerhand zu „Trudes Geburtstags-Thron“ zweckentfremden und sie mit Mandellikör und Genever hochleben lassen.
Ca. 500 m vom Nibelungenweg entfernt machen wir einen Abstecher zum Limes, eine Wachturmstelle mit Palisadenzaun.
Nach diesem Exkurs uberschreiten wir die hessisch-bayrische Landesgrenze, und an selbiger entlanglaufend kommen wir bergauf zum Dreiländerstein, wo die Großherzogtümer Hessen und Baden mit dem Königreich Bayern zusammenstoßen.
Dem steilen Aufstieg folgt ein ebenso steiler Abstieg. Inzwischen regnet es kräftig, und wir verpassen den geplanten Abstecher zum Schloss Waldleiningen, welches wir gerne gesehen hätten.
Darüber hinaus stellen wir fest, dass Jochem und ich nicht nur unterschiedliche Ausgaben des Wanderbuches besitzen (mit teilweise unterschiedlichen Texten!), sondern dass auch die Streckenführung des Nibelungensteiges im Bereich des Schlosses grundlegend geändert wurde. Eine Regenpause wird zur Mittagrast auf einem Langholzstapel genutzt.
Abstieg nach Breitenbach bzw. der Stelle, wo dieses Dorf früher einmal gewesen ist. Hier gibt es viele Bildstöcke, von denen die heutige Etappe auch ihren Namen hat: Im Tal der Bildstöcke.
Noch ein kurzer Aufstieg auf den Fahrenberg und auf der anderen Seite wieder hinunter, dann sind wir im Gabelbachtal und in Ottorfszell, wo unsere Tour heute endet.
Im Gasthaus zum Gabelbachtal kehren wir ein, treffen den Rest der Truppe wieder, die mal wieder ein Stück abgekürzt hat, und warten auf den Bus, der uns - wie meistens - um 16.00 abholt.

Montag 23. April 2012
Etappe 7 Ottorfszell - Amorbach 15 km

Beim Frühstuck ist Zahltermin angesagt: morgen früh ist keine Zeit dazu, weil wir schon sehr zeitig abgeholt werden.
Um 8.45 fahren wir weg, die Transferzeit betragt inzwischen eine Stunde. 4 Personen fehlen auch heute wieder. Die Etappe beginnt mit einem schweißtreibenden Anstieg von 260 Höhenmetern hinauf nach Preunschen, und direkt wieder hinunter. Die Burgruine Wildenberg wird passiert und besichtigt. Im Tal liegt eine romantische Hofmühle. Kaum dass wir diese passiert haben:
Weil es so schön war, das gleiche noch mal von vorne, nämlich 260 Höhenmeter wieder hinauf in den Ort Beuchen, wo wir „Am Brandweiher“ eine Einkehr für unsere Mittagsrast finden.
Im Ort selbst finden wir etwas sehr Interessantes und Lobenswertes: eine Art „Selbstbedienungs-Wanderhütte“ des Odenwaldvereins, eine hübsche braune Holzhütte mit Häkelgardinen an den Fenstern, einem gefüllten Kühlschrank, Tischen und Bänken und WC sowie Möglichkeiten fur Kochen und Gläserspulen. Das Entgelt möge man bitte in die bereitgestellte Kasse legen.
Wären wir nicht gerade eingekehrt gewesen, hier wäre auch ein idealer Platz gewesen. Sodann geht es wieder heftig bergab. Bei der Zittenfeldener Quelle (auch eine der zahlreichen Siegfriedquellen) machen wir noch mal kurz Halt zu Umtrunk und Gruppenfoto. Weiter bergab geht es immer noch, wenn auch nicht mehr ganz so heftig, und zum Schluss entlang einem Flüsschen bis nach Amorbach, wo der Bus schon abfahrbereit steht.
Die „Alternativläufer“ sind heute - ganz ohne Nibelungensteig - durch das Flusstal direkt nach Amorbach gelaufen und hatten eine echte „Flachetappe“.
Heute ist unser letzter Abend, der traditionsgemaß mit der Absingung alte Turnerlieder und einem Ständchen an die Wirtsleute vonstatten geht. Vor dem Abendessen gibt es eine kleine Ansprache von Rainer und ein paar launige Verse von mir: wir bedanken uns bei unserem Wanderführer und Co-Wanderfuhrer mit je einem Prasentkorb.

Dienstag 24. April 2012
Etappe 8 Amorbach - Miltenberg 12 km und Heimfahrt

Um 8.10 bringen wir unserem Hotelier Sattler ein Abschiedsständchen, dann steigen wir zum letzten Mal in den Bus und fahren nach Amorbach.
Es geht steil hinauf auf den Gotthardsberg, auf dem die Ruine einer großen Basilika steht. Abwärts geht es an der Sattelhütte vorbei nach Reuenthal, und dann wieder hinauf nach Monbrunn und zur Keltenschanze auf den Greinberg, bevor der finale Steilabstieg langs des Ringwalls zur Burg Miltenberg fuhrt. Von hier hat man eine fantastische Aussicht.
Dann geht es uber Marktplatz - Mainufer - Brucke zum Bahnhof.
Der Hotelier bringt unser Gepäck, und um 13.59 besteigen wir den Zug nach Aschaffenburg, wo wir umsteigen müssen, und alsbald heißt es Abschiednehmen bis zum nächsten Mal.

Dieses Wanderprotokoll hat Eure Wanderfreundin Rosemarie verfasst. Im Mai 2012


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