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11. Hitwanderung auf dem Harzer Hexensteig - 04. - 13. Mai 2012

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Es war wieder soweit – 11. Hit-Wanderfreizeit des TV Oberwalluf vom 04. - 13. Mai 2012, organisiert vom HTV-Wanderführer Rainer Dörry.

„Harzer Hexenstieg“, ein Qualitätsweg Wanderbares Deutschland.

Dichter Wald, rauschende Bäche, tiefe Schluchten:
Das ist der Harz - ein  ganz schöner Brocken !
Die Wanderung führte uns quer über Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge, vom Westen (Osterode) nach Osten (Thale).
Unterwegs ging’s bis 1142 Meter hinauf auf dem Hexenstieg, der so heißt, weil vielen Legenden zufolge der Harz die Heimat von Zauberwesen ist - der Brocken wird auch Blocksberg genannt und gilt als Hexentanzplatz.

Doch zunächst galt es 14 Wanderbegeisterte aus verschiedenen Vereinen und Turngauen einzusammeln und mit der Bahn zum Startort zu bringen. Daß eine Fahrt in einer proppenvollen Regionalbahn auch Spaß und Vergnügen bereitete, erlebten wir zwischen Göttingen und Herzberg. Einen kurzen Fußmarsch durch die mit Fachwerk bestückte Altstadt von Osterode brachte uns zu unserem Ausweichquartier, dem Hotel Borgener. Auf unserem Bummel durch die malerische Altstadt haben wir das imposante Rathaus - früher Harz-Kornmagazin – und den Kornmarkt mit Marktkirche bestaunt, bevor uns unser Wanderführer in der „Ratswaage“ (XXL-Currywurst) offiziell willkommen hieß.

Das Einstiegsportal mit Info-Tafel war am Samstag trotz Nieselregens leicht zu finden und so starteten wir um 9 Uhr unseren 1. Wandertag vom Abenteuer Hexenstieg, der einheitlich mit nebenstehendem Symbol sehr gut ausgeschildert war. Harzer-Hexenstieg-Schild
Auf uralten Eselspfaden, stetig aber sachte ansteigend, ging es auf dem „Hundscher Weg“ bis zum Eselsplatz, wo eine nachempfundene Köhlerhütte zu einer Verschnaufpause einlud. Im Gasthaus „Am Schwimmbad“ in Lerbach, etwas abseits unserer Route, kehrten wir zu einer „trockenen“ Mittagsrast ein. Am Bärenbrucher Teich und Buntenbach vorbei ging es zur Clausthaler Hochfläche und zum Waldhotel Pixhaier Mühle, die nach 18 km erreicht war.
Es hatte aufgehört zu regnen, dennoch bestimmte am Sonntag das Wasser unseren 20 km langen Weg. Die Oberharzer Wasserwirtschaft sowie das Oberharzer Wasserregal, ein Teil des UNESCO-Welterbes mit zahlreichen Teichen und Wassergräben; auf vielen Schautafeln am Weg detailgetreu beschriebene Bauwerke, wie: Huttaler Widerwaage, Sperberhaier Damm und Dammhaus, eine Gaststätte im Grabensteigerhaus. Hier legten wir eine Pause ein, bevor es vorbei an der Eisenquelle, immer beschaulich auf der Grabenbrust des Dammgrabens entlang abwärts nach Altenau zum Landhotel „Alte Aue“ ging.

Lasst uns auf den Brocken zieh'n ! Mit diesen Werten tauchten wir in die sagenumwobene Bergwildnis im Nationalpark ein. Doch zuvor lag ein spektakulärer Abschnitt vor uns - dichte Fichten, dann umgestürzte Baumriesen mit mannshohen Wurzeltellern; der Wald bleibt unaufgeräumt, Natur Natur sein lassen.
Der Weg stieg an, führte hinauf zur „Steilen Wand” und auf den „Magdeburger Weg“. Hier war Trittsicherheit gefragt, Felsbrocken und Baumwurzeln mußten überwunden werden, auf Bohlen ging es durch sumpfige Stellen und über torfige Bäche. Und endlich erreichten wir Torfhaus mit der Bavaria-Alm, unserer heutigen Zwischenstation. Von hier sollte ein grandioser Blick auf den Blocksberg folgen, doch auf den höchsten Harzer war die Sicht durch Nebel versperrt. Der Stieg führte uns nun auf dem bequemen Goetheweg zum Quitschenberg, wo der Borkenkäfer den Fichtenwald weitgehend vernichtet hat. Nach der Rast am Eckersprung stießen wir auf Betonplatten, Reste des Kolonnenweges, der auf  „DDR-Gebiet“ zur Grenzsicherung diente. Weiter aufwärts bis zum Bahndamm, dann an diesem entlang bis zur Brockenstraße und die letzten der 19 Kilometer nun bei Nebel und Regen zum Brockengipfel und dann zum Brockenhotel, dem höchstgelegenen Hotel Norddeutschlands.

Strahlender Sonnenschein mit Rundblick über den gesamten Harz und dem Harzvorland versüßte uns den wohlverdienten Ruhetag, wo Jeder sein Ding machte. Gefragt waren neben dem Besuch der Brockenwelt, einem Saunabesuch, auch eine Führung mit den Rangern des Nationalpark.
Eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn nach Wernigerode, die bunte Stadt am Harz mit mittelalterlichem Rathaus und Wohltäterbrunnen auf dem Marktplatz, der Oberpfarrkirchhof und seinem Schloß mit Ausblick auf die Stadt und den farbenfrohen Fachwerkhäusern, engen Gassen mit Kopfsteinpflaster und idyllische Winkel. Zurück zum Bahnhof  Brocken als höchstgelegener Bahnhof aller Schmalspurbahnen in Deutschland und abends in die Hexenstube zum Erfahrungsaustausch.

4. Wandertag am Mittwoch: Brocken - Drei Annen Hohne - Königshütte, 19 km.
Heute kaum Steigungen auf der gesamten Tour. Diese Worte hör ich wohl…. Aber es ging tatsächlich bergab, zunächst die Brockenstraße, dann auf dem Glashüttenweg und um den Erdbeerkopf herum, doch zuvor verabschiedete sich der Brocken als der wind- und nebelreichste Ort Deutschlands. Am Trudenstein, eine kleinere Granatklippe mit Aussicht in's Schierker Tal, rasteten wir um dann in einem Rutsch zum Weiler Drei Annen Hohne und dem „Kräuterhof“ zu gelangen.
Gestärkt gingen wir durch das Steinbachtal, am Königshütter Wasserfall vorbei auf einen Trampelpfad zum Restaurant „Am Felsen“ und zum Quartier im „Königshof“.

5. Wandertag: Königshütte - Rübeland. 12 km.
Zu Beginn der kürzesten Etappe wurde in Königshof zuerst die Kalte Bode, kurz darauf die warme Bede überquert. Weiter ging es an der Vorsperre der Rübeland-Talsperre. Kurz vor unserem Ziel gewährte ein Abstecher zum Aussichtspunkt „Hohe Kleef“ einen Blick auf Rübeland und unser Nachtquartier, dem Hotel „Bodetal“.
Der Besuch der Hermannshöhle, eine der beiden Rübeländer Tropfsteinhöhlen war ein gelungener Abschluß des Wandertages. Hohe Hohlräume wie z.B.: Kanzel, Kristallkammer mit Kalzitrosen, sowie Olmensee, der 13 Exemplare des Grottenolms beherbergt, waren zu bestaunen.

6. Wandertag: Rübeland - Altenbrak, 17 km.
Zunächst bei der Hermannshöhle auf den Harzer-Hexen-Stieg ins Bodetal, immer seitwärts der Bode bis zur Umleitung. Dieser folgten wir bis zur Talsperre Wendefurth und im Gasthaus „Zum Fischer“ genehmigten wir uns Fischspezialitäten.
Immer an der Bode entlang führte uns die Wanderung nach Altenbrak, wo wir an der Bushaltestelle Hotel „Weißes Roß“ mangels Übernachtungsmöglichkeit nach Thale zu Hofmanns Gästehaus für zwei Nächte gefahren wurden,

7. Wandertag: Altenbrak - Wilde Bode - Thale, 16 km.
Nachdem wir den Startpunkt Altenbrak fahrenderweise erreicht hatten, begann eine sehr schöne und anstrengende Wanderung durch den „Grand Canyon“ des Harzes: Das Bodetal. Auf dem geologischen Lehrpfad an der Wilden Bode entlang nach Thale, durch das tiefste Felsental Mitteleuropas nördlich der Alpen. Hunderte Meter ragen die Felswände empor, - obenauf sind mit gutem Auge Rosstrappe und Hexentanzplatz erkennbar - strudelnd und tosend schießt das Wasser hindurch. Noch ein paar Talwindungen und der Myhten-Ort Thale ist erreicht. Was idyllisch begann endet spektakulär. Mit der Kabinenbahn in 4 Minuten hinauf zum Hexentanzplatz, ein Blick auf das wildzerklüftete Tal der Bode, auf die Stadt und die Berghänge des Nordharzes, so endet die Tour durch den wildromantischen Harz. Die paar Meter zum Ziel am Bahnhof störten uns nicht mehr. Und die Zeit reichte noch zu einem geselligen Abendessen in der „Forelle“.
Hier bedankte sich unser Wanderführer Rainer Dorry für eine harmonisch verlaufende Wanderfreizeit von insgesamt 121 km, bei der es keinen Schwund (Ausfälle) gab. Und da einige Wanderer entlang des Weges eifrig Wander-Stempel aus den robusten grünen Kasten sammelten, gab es für Jeden eine Urkunde sowie die Sondernadel des Harzer-Hexen-Stieg. Gut gelaunt und froh gestimmt, in der Gewissheit, eine sehr schöne, aber auch anstrengende Wanderwoche erlebt zu haben, fuhren wir in "vollen Zügen” wieder nach Hause.

Manfred Lerch

 

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