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9. Hitwanderung -
Wanderfreizeit Bodensee von 19. bis 27 Juni 2010

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Eine wohltuende Mischung aus Fitneß, Entspannung, Naturerlebnis und Geselligkeit, das ist Wandern und dieses Wellnessprogramm zusammen mit einem guten Hotel und sehr gutem Essen hatte Rainer Dörry, unser Wanderwart im TVO und Wanderführer des HTV-Fachausschusses Wandern für 11 altbewährte Wandersleut’ (aus 3 verschiedenen Turngauen) mit der Wanderfreizeit „Bodensee“ organisiert.

Pech hatten wir mit der Anreise per Bundesbahn, denn in Mainz mußten wir in einen Ersatzzug ohne Platzreservierung einsteigen und in Ravensburg war die Fahrt des IC wegen einem Notfall zu Ende. Wir mußten auf Schienenersatzverkehr umsteigen und sahen in Friedrichshafen nur noch die Rücklichter unserer Regionalbahn; nochmal 55 Minuten Aufenthalt. Mit insgesamt 2-stündiger Verspätung erreichten wir unser Domizil, das Hotel Storchen, wo der Tag mit einem guten 3-Gang-Menü und der Einstimmung auf die nächsten Wandertage ausklang.

2. Tag - Pfahlbauten Unteruhldingen
Bei nur 11 Grad und aufgeweichten Wegen erfolgte die Gewöhnungstour entlang der Aach durch Obstfelder, Wald und Flur nach Daisendorf zur Mittagsrast im Dorfkrug und weiter zu den Pfahlbauten. Im Museum erfuhren wir bei einer Führung, wie die Menschen 4000 bis 850 vor Christus lebten, töpferten, kochten, jagten und Metall schmolzen. Danach waren nochmals 2 km per Pedes zu absolvieren, um das Tagespensum von 16 km zu erreichen.

3. Tag - Affenberg Salem
19 km sollten erwandert sein, bis wir um 17 Uhr das Hotel wieder erreichten. Vorbei an einigen Weihern ging es nach Salem zu Schloßsee und zum Schloß, wo pünktlich zum Sommeranfang die Sonne schien und uns weiterhin begleitete. Beim Rundgang um den großen Storchenweiher am Affenberg konnten wir frei fliegende Schwäne, Graugänse, Stockenten, Bleßhühner und Haubentaucher mit ihren Jungen und im Wasser riesige Karpfen beobachten. Adebar, der Klapperstorch war ebenfalls zahlreich vertreten und zog in bis zu 12 Horsten eigene Kinder auf. Im Affenfreigehege, einem fast 20 Hektar großem Waldstück tummelten sich frei fast 200 Berberaffen, die in ihrer Heimat Marokko und Algerien vom Aussterben bedroht sind und hier einen wertvollen Reserve-Bestand bilden. Keine trennenden Gitter oder Gräben – wir waren Gast im Heimgebiet dieser aufgeweckten Tiere und haben sie sogar mit speziell zubereitetem Popcorn gefüttert. Bei einer Schaufütterung haben wir uns „zum Affen gemacht“, bevor wir in der Damwild-Anlage mitten im Rudel von Hirschkühen mit Jungen und einem Damhirsch standen. Affengeil ! Und in einem Affentempo ging es zurück.

4. Tag - Marienschlucht
Mit der Bahn nach Ludwigshafen am Ufer des Überlinger See’s, dem Startort unserer heutigen Wanderung, die uns durch Bodmann zur Marienschlucht und weiter auf glitschigen Trampelpfaden nach Wallhausen und zum Schiffsanleger nach Dingelsdorf führte.
Die Marienschlucht ist eine Naturschönheit am Steilufer des südlichen Überlinger See. Zwischen den Orten Bodmann und Wallhausen hat sich ein Bach tief in den Grund eingegraben und die Schlucht geschaffen. Ein verschlungener Pfad führt zwischen 30 m hohen Felswänden vom See hinauf. Unter der Holztreppe rauscht der kleine Bach zu Tal, ehe auf einem Felsvorsprung die Aussicht auf den Bodensee zu genießen ist. Nach der Überfahrt hatten wir von Unteruhldingen noch die obligatorischen 2 km für die 16,5 km lange Tagesetappe zurückzulegen.

5. Tag - Friedrichshafen und Meersburg
Für den ruhigeren 5 km-Bildungswanderweg hatten wir von der Touristen-Information Meersburg einen kundigen Begleiter zur Seite, der uns, nach kurzer Zugfahrt, durch die Stadt Friedrichshafen mit Blick auf ein einzigartiges See- und Alpenpanorama, seiner reizvollen Uferpromenade, dem Zeppelin- und dem Dorniermuseum führte. Mit dem Linienbus gelangten wir ins idyllische Meersburg, wo noch ein Hauch von Mittelalter durch Burg und Gassen weht. Und vom Neuen Schloß lassen sich Touristen vom grandiosen Blick über die See verzaubern. Sich einfach treiben lassen, das ging an der Hafenmole in der Unterstadt, wo die Erläuterungen unseres Begleiters ein Übriges taten, um einen schönen Tag zu genießen.

6. Tag - Stein am Rhein, Rheinfall in Schaffhausen
Auch heute sollte es eine geruhsame, aber sehr informative 5 km-Wanderung mit kundiger Begleitung geben. Nach Stein am Rhein, einem sehenswerten 1000-Jahre alten Schweizer Städtchen mit bunt bemalten Bürgerhäusern kamen wir mit dem Bus. Nach kurzer Ortsbesichtigung ging es mit dem Schiff Richtung Schaffhausen. Doch in Diessenhofen hieß es mittels kleinem Fußmarsch umsteigen, denn die Brücke war wegen Hochwasser nicht passierbar. Kurz war anschließend die Busfahrt zur Burg auf der anderen Rheinseite, von wo wir über eine Eisenbahnbrücke den Rheinfall querten und zum Schlössli Wörth gelangten. Eine kleine Bootsrundfahrt vorbei am Felsen im Wasserfall rundete diese Tour ab. Überlingen, wo es nicht nur eine reizvolle Uferpromenade sondern auch einen Stadtgarten mit sehenswerter Kakteensammlung gibt, wurde zu Fuß einen Besuch abgestattet, bevor es per Bus ins Hotel ging.

7. Tag - Insel Mainau
Mit einer 6,5 km-Wanderung auf Pfaden am Bodensee zum Fähranleger in Meersburg ging es los, dem ein Übersetzen nach Staad folgte. Noch 4 km bis zur Blumeninsel Mainau, doch wir mußten uns erst einmal in der Privatbrauerei Ruppaner stärken. Auf der Mainau blüht Besuchern was. Ein Pfau aus Blumen, Rosen im italienischen Rosengarten etwa, frei fliegende Exoten im Schmetterlingshaus, eine italienische Blumenwassertreppe und 500 verschiedene Arten von Laub- und Nadelgehölz. Der Weg führt weiter zum berühmten Barockschloß mit Schloßkirche und zum Hafen, wo wir mit dem Schiff nach Unteruhldingen übersetzten und die 2 km-Heimwanderung antraten.

8. Tag - Basilika Birnau, Sipplingen
Üppig mit barocken Stuckaturen, Altären und Skulpturen bestückt ist die Wallfahrtskirche in Birnau, ein Besuchermagnet am Bodensee. Deshalb durfte dieser Glanzpunkt auf unserer Etappe nach Sipplingen nicht fehlen. In Sipplingen pumpt die Bodensee-Wasserversorgung aus 60 m Tiefe durchschnittlich 4100 Liter pro Sekunde ins Becken auf dem Sipplinger Berg. Aus diesem Riesen-Wirl-Pool werden 320 Städte und Gemeinden in Baden-Würtemberg - darunter Stuttgart - mit klarem, frischem Trinkwasser aus dem Bodensee versorgt. Um der sengenden Mittagssonne zu entgehen, hatten wir uns für den Prälatenweg entschieden. Doch einmal falsch abgebogen und die Wanderung wurde die letzten 6 km zur Tortur. Auf Asphalt, neben einer viel befahrenen Straße und den Weg mit Radfahrern in beiden Richtungen zu teilen, macht keinen Spaß. Aber da muß man durch, um die 19 km-Strecke zu bewältigen. So waren wir froh, nach einer kurzen Zugfahrt das Hotel erreicht zu haben und die Wanderwoche gebührend zu beschließen.

Die Rückfahrt von Uhldingen-Mühlhofen nach Mainz mittels Regionalbahn und IC verlief reibungslos und wurde noch vom 2:1-Zwischenspiel der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen England getoppt.

Euer Manfred Lerch


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