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8.  Hit-Wanderwoche: Kappadokien/Türkei vom 03 -  17.  Mai 2009

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Aktiv wandern - Erholung und Natur pur - Kultur und Tradition erleben

18 erwartungsvolle Wandersleut' gingen mit auf diese 14tägige Wandern- und Kulturreise nach Zentralanatolien, wo Rainer Dörry, unser Wanderführer des HTV-Fachausschusses Wandern (natürlich auch Wanderwart unseres Vereins) eine Wanderfreizeit in reizvollen Landschaften mit gutem Mittelgebirgsklima, schönen Wandergebieten, aber auch Seeluft und die Möglichkeit, uralte kulturelle Zeugnisse aus den Epochen des vorderen Orient zu erleben organisiert hatte.

Mit der Fluglinie SunExpress ging es am späten Abend los - Flug von Frankfurt/Main nach Antalya an der Südküste der Türkei, wo wir von unserem örtlichen Reiseleiter Cengiz und dem Reisebus erwartet wurden, der uns die 14 Tage über begleiten sollte.

Nach der ersten Übernachtung im Hotel in Antalya (von dem wir in dieser Nacht nicht viel zu sehen bekamen, aber wir hatten noch die Gelegenheit dazu nach unserer Rückkehr aus Kappadokien - ging es direkt nach dem Frühstück los - mit dem Bus etwa 600 Kilometer bis Nevsehir in Kappadokien. Zuerst entlang der Küste, über die Bergkette des Taurus mit wunderbaren Ausblicken und viele Informationen seitens des Reiseleiters war die erste Station und gleichzeitig Mittagspause in Konya, der Regional-Hauptstadt von Kappadokien. Nach der ausführlichen Besichtigung des Mevlana-Klosters - ein ehemaliges Kloster, heute ein Kultur-Denkmal - der tanzenden Derwische, deren Kultur uns etwas näher gebracht wurde, fuhren wir dann zum Abendessen ins Hotel in Nevsehir

Der nächste Tag führte uns gleich mitten hinein in die Gegend der schönsten kulturellen Feenkamine. Mit dem Bus fuhren wir nach Uchisar. Nach kleinem Rundgang und dem Besteigen des ehemaligen "Wohnberges", wanderten wir durch das Rote Tal nach Göreme. Durch den Regen der Tage vorher, war dies eine kleine Rutschpartie immer entlang an dem kleinen Bach, aber vorbei an großartigen Felsformationen. Nach dem Mittagessen in Avanos, wo wir kurzzeitig mit dem Bus hingefahren waren, kam dann die Besichtigung des Freilichtmuseums Göreme mit seinen 16 byzantinischen Felskirchen und ihren Kirchenmalereien. Das Ganze war sehr beeindruckend.

Der nächste Tag brachte uns in eine ganz anderer Gegend. Wir fuhren zur unterirdischen Stadt Derinkuyu, in die auch hinabgestiegen wurde. Diese 10stöckigen unterirdischen Räume boten in Notzeiten bis zu 10.000 Menschen Zuflucht und Überleben. Danach Fahrt in das Ihlara-Tal, das durchwandert wurde. Das Ihlara-Tal unterschied sich vom Vortag dadurch, dass hier der "Melendiz Fluß" in Jahrtausenden ein sehr tiefes Tal geschaffen hat, das mit seinen Formationen den frühen Bewohnern Zuflucht in versteckten Felswohnungen und -Kirchen gewährt hat. Der Melendiz-Fluß stand durch die vorangegangenen Regentage sehr hoch, und so mußten wir - zumindest bei Beginn der Wanderung - klettertechnische Leistungen durch etliche Felsformationen erbringen. Später, nach dem Verbreitern des Tales, waren Wiesen vorherschend und die recht interessanten Felsformationen in etwas weiterem Abstand.

Auch der nächste Tag brachte wieder vollkommen neue Landschaften ins Bewußtsein. Wir erwanderten das Cat-Tal, das erst seit dem letzten Jahr erschlossen und erwanderbar ist. Vorbei an den Felswohnungen, die heute als Taubenhäuser benutzt werden, wanderten wir immer entlang dem Flüßchen, das durch die voran gegangenen Regentage den Wanderweg vollkommen ruiniert hatte. Wir mußten uns unseren Weg regelrecht neu suchen. Gut, dass uns hier ein einheimischer Führer, der das Cat-Tal kannte, zusätzlich geführt hat. Unterwegs sahen wir viele große Landschildkröten und viele Eidechsen. Das Mittagessen wurde heute bei einer türkischen Familie im Wohnzimmer und der Küche eingenommen. Typisch türkisches Gericht, das aber ausgezeichnet mundete. Durch den Kontakt, konnte ein Einblick in die türkische Familienstruktur gewonnen werden.

Nach der Fahrt zum Liebestal am nächsten Tag, kamen wir in die Gegend, von der die Bilder der dortigen Feenkamine in allen touristischen Artikeln zu sehen sind. Nach der Wanderung, die teilweise quer über Felsplatten ins Tal hinabführte, gab es heute zum Mittagessen ein Grillmenü mitten zwischen den Feenkaminen. Ayse und ihr Mann, die dies vorbereitet hatten, waren bei unserer Ankunft schon bei der Arbeit. Die ganze Ausrüstung - Stühle, Bänke, Grill, Verpflegung und Trinken hatten sie mit einem Auto mit Anhänger hierhergefahren. Es wurde Ihnen belohnt, denn bereits am nächsten Tag besuchten wir sie erneut nach der Wanderung in ihrem kleinen typisch türkischen Gartencafe. An diesem Tag jedoch besuchten wir noch eine alteingesessene Teppichknüpferei und eine Töpferei in einer Felsgrotte in Avanos. Beide Führungen haben großen Eindruck hinterlassen.

Der letzte Tag in Kappadokien führte uns mit einer Wanderung über den Tafelberg Boztepe nach Cavusin. Großartige Ausblicke von oben in die Täler rund umher belohnten den Aufstieg. Auch der Abstieg und die Felsüberquerungen zum Busparkplatz brachten viele interessante Ausblicke. Nun wurde zuerst mal zu Ayse ins Gartencafe gefahren, wo zu Mittag gegesen wurde. Für die Unentwegten - und das waren die meisten - hatte Cengiz noch eine Nachmittagswanderung in petto. Zurück zum Ausgangspunkt der Tafelbergwanderung, aber dann rund um den Tafelberg in schmale Felsgrate und Hohlgassen führte diese Wanderung. Mitten in diesen Felsen eine Höhlen-Raststätte - nur zu erwandern bzw mit dem Mountainbike zu erreichen. Nach Erreichen des Gartencafes von Ayse waren damit unsere Wanderungen in Kappadokien zu Ende.

Der nächste Tag brachte uns mit unserem Bus zurück nach Antalya. Zuvor aber besichtigten wir noch die größte erhaltene Karawanserei in Kappadokien, die seldschukische Karawanserei Sultanhani. Auf dem Weg die Küste entlang kamen wir an der großen Moschee von Manavgat vorbei, die ebenfalls besichtigt wurde. Das Hotel in Antalya beherbergte uns nun für weitere zwei Tage, an denen wir kulturelle Stätten in der Nähe besichtigten.

So waren am nächsten Tag die Stätten Aspendos mit dem besterhaltenen römischen Theater der Welt sowie die uralte Stadt Perge im Programm. Perge mit seinem alten hellenistischen und römischen Stadion, der Stadtanlage mit den Stadtmauern, das Hellenistische und das Römische Tor sowie die Kollonadenstrasse waren einfach sehenswert.

Nun hieß es schon wieder Koffer packen, denn wir zogen an diesem Tag um nach Kemer. Zuvor aber fuhren wir zur alten Stadt Termessos in über 1000 m Höhe. Sehr eindrucksvoll war neben den uralten Ruinen des kriegerischen Volkes aber auch das kleine Stadion direkt am Abgrund. Die Wanderung vom Fuß des Berges bis in das Ruinenfeld der Stadt war auch wieder ein Höhepunkt.

Von Kemer aus waren nun am nächsten Tag die Stätten Demre, die Nachfolgesiedlung von Myra mit der Kirche des Hl. Nikolaus zu besichtigen. Danach die alte Stadt Myra mit den berühmten Felsengräbern. Anschließend ging es per Bootsfahrt von Andryake zur Insel Kekova, wo die versunkene Stadt am Meeresboden durch den gläsernen Fußboden des Bootes besichtigt werden konnte. Auch wurde das Boot in einer abgelegenen Bucht verankert und die Mutigsten nutzten diese Pause zu einem Schwimmausflug rund um das Boot.

Der letzte aktive Tag führte uns über eine Strandwanderung zur alten Piraten-Stadt Olympos mit den eindrucksvollen Sarkophagen. Anschließend Wanderung über Cirali nach Yanartas, auf den Berg mit den ewigen Feuern. Recht eindrucksvoll, wo überall die Flammen aus dem Erdreich kamen. Aber, die Hitze brannte unter den Füßen, dazu kam die Hitze von oben, und so waren alle recht froh, endlich in den Wäldern und zum Forellenrestaurant in Ulipinar zu kommen. Nach der Hitze, war das Verweilen in dem wasserreichen Restaurant mit seinen vielen Wasserfällen direkt eine Erholung.

Nun ging unsere vielfaltige Wander-Kulturreise zu Ende, denn die nächsten Tage waren Erholungstage in Kemer, bis uns dann am Sonntag Bus und SunExpress zurück nach Frankfurt brachte.

Vielen Dank unseren Reiseführer Cengiz, der uns unvergessliche Eindrücke aus seinem Heimatland beigebracht hat. Unser Dank gilt auch unserem Busfahrer Yussuf, der uns immer sicher über die manchmal recht engen Strassen gefahren hat. Cengiz, wir erwarten dich gerne und hoffnungsvoll in Oberwalluf.

Rainer Dörry


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