HTV-Web-Bild
[Home] [Wanderwochen] [2008-Erzgebirge]

7.  Hit-Wanderwoche: Östliches Erzgebirge vom 06 -  15.  Juni 2008

Bilder
mit Klick vergrößerbar

Aktiv sein - Erholung und Natur pur - Wellness genießen - Kultur und Tradition erleben

14 erlebnishungrige Wandersleut’ starteten am Freitag zu einer DB-Reise nach Altenburg, wo Rainer Dörry, unser Wanderführer des HTV-Fachausschusses Wandern eine Wanderfreizeit in reizvoller Landschaft mit gutem Mittelgebirgsklima, schönen Wandergebieten und einem guten Hotel organisiert hatte.

Los ging es mit dem RE nach Wiesbaden; die S9 brachte uns zum Bf Frankfurt(M) Flughafen, von wo uns der ICE nach einer kurzweiligen Fahrt 1. Klasse über Fulda, Eisenach, Erfurt und Leipzig pünktlich zum HBf Dresden brachte. Ab hier wurde die Weiterfahrt beschwerlich, denn der Linienbus war wegen Verspätung proppenvoll. Mit dem Hotelbus setzten wir die Fahrt in Altenberg zum Hotel Lugsteinhof, dem höchsten Hotel im Osterzgebirge (890 m) fort. Mit dem 3-Gang-Wahlmenü, der Vorstellung unseres ortsansässigen Wanderführers und einigen organisatorischen Änderungen im Ablauf klang der Tag aus.

Um 9 Uhr starteten wir am Samstag die Wanderung ,,Rund um Zinnwald“ mit dem Besuch des Tiefer-Bünau-Stollen im Besucherbergwerk. Nach Anlegen von Schutzkleidung und Geleucht, - die Temperatur betrug unter Tage nur 8 Grad und der Stollen war streckenweise nur 1,60 m hoch - begann unter fachmännischer Führung die 1,5 stündige Befahrung (2,8 km Rundgang) des räumlich ausgedehnten Untertagebereichs mit einem herzlichen ,,Glück Auf“. Imposante Schauorte hinterließen bleibende Eindrücke von der Schwere der bergmännischen Arbeitswelt und die Staatsgrenze zu Tschechien unter Tage in der ,,Schwarzwänder Weitung“ ist eine Einmaligkeit. Ein kurzer Fußmarsch mit Grenzübertritt in die Tschech. Rep. Zum Hotel Lipa  (Linde) in Cinovec, wo ein Gewitter unser Mittagessen (Gulasch und Böhmische Knödel) verlängerte. Über das ,,Georgenfelder Hochmoor“ mit seinem 1,2 km langen Knüppelweg (Moorlehrpfad) mit charakteristischen Pflanzen wie die Moorkiefer, der fleischfressende Sonnentau, das Wollgras, verschiedene Beerenarten sowie das Heidekraut, beendeten wir die 12 km lange Tagestour. Und am Abend legten die Unentwegten beim Tanzabend eine kesse Sohle aufs Parkett.

Das auf 808 m Höhe gelegene Mückentürmchen im tschechischen Fojtovice war Ziel der 22 km langen Rundtour am Sonntag durch wilde ursprüngliche Natur mit einzigartigen Bergwiesen und romantischen Tälern über ,,Silberstollen“ bis zum Fußgängerübergang Forstenau, wo es wegen der Reparatur von Sylvias ,,Schnabelschuh“ (Anmerk: Bei Sylvia hatte sich die Sohle an der Schuhspitze gelöst - daher “Schnabelschuh” und wurde mit Textilband repariert) eine größere Pause gab. Auch brachen hier einige Wanderer die Tour ab. Nach der Mittagsrast am Mückentürmchen, von wo wir einen herrlichen Blick auf Teplice hatten, ging der Rückweg über den Kamm des Erzgebirges auf direktem Weg zum Grenzübergang an der Wetterstation Zinnwald-Georgenfeld und vorbei am Gatter mit grasenden, bizarr geschorenen Alpakas.

Zwei ortskundige Wanderführer leiteten uns am Montag zum Highligth der Region, der Rennschlitten- und Bobbahn, wo in jeder Saison zahlreiche Meisterschaften im Bob, Skeleton oder Rennrodel stattfinden. Doch zuvor ging die Wanderung über den Naturlehrpfad, an den Galgenteichen vorbei zum NSG, wo auf großer Fläche das breitblättrige Knabenkraut, eine seltene Orchideenart, wuchs. Auf schönen Wanderwegen durch Wälder zur Bobbahn, wo uns eine Führung mit sachkundigen Erläuterungen der Bobbahn und ihre Tücken näherbrachte. Die Sonnenterrasse in der Hirschsprunger Ladenmühle lud zur Mittagsrast ein, bevor es mit erhöhter Schrittzahl Richtung Geisingberg ging. Einige entschlossen sich wegen des hohen Tempos zur Abkürzung Richtung Bahnhof Altenberg. Für den Rest der Gruppe ging es nach Geising und zum Aschergraben, wo am Goethedenkmal eine Fotorast eingelegt wurde. Der letzte lange Anstieg brachte uns nach 18 km zum Ziel.

Ruhetag war am Dienstag, der zu zahlreichen Aktivitäten genutzt wurde. Einige besuchten die ,,Goldene Stadt" Prag; Lauenstein mit Falknervorführung oder die Erkundung von Zinnwald mit dem Bike. Andere nutzten die Angebote vom Hotel zur Entspannung und Erholung: Schwimmhalle mit Whirlwannen, Finnische- und Softdampfsauna, Massagebett oder Fitnessräume sowie die erzgebirgische Gastlichkeit.

Prominente Begleitung hatten wir am Mittwoch in Manfred Beer, Olympiamedaillengewinner und Weltmeister im Biathlon, der uns Wissenswertes über die Biathlonanlage und -wettkämpfe vermittelte. Hautnah erlebten wir in der Sparkassenarena das Training von regionalen Sportgrößen für das bevorstehende Bike-Biathlon-Rennen. Danach konnten wir in der Schießhalle selbst Treffsicherheit im Kleinkalibergewehr-Schießen beweisen. Einen internen Wettkampf konnte das Damenteam hauchdünn für sich entscheiden.
Abseits von großen Verkehrsstrassen, umgeben von rauschenden Fichten- und Buchenwäldern ging es ins Gebirgsdörfchen Rehefeld und zurück über Georgenfelder Hochmoor nach 12 km zurück zum Hotel.

Der Donnerstag begann mit einer Führung im hoteleigenen Wintersport-Museum, anschließend leitete uns Rainer Dörry über den Moorweg zum Gesundheitszentrum Raupennest, rund um die Galgenteiche zur ca 1 km langen Sommerrodelbahn. Hier als Akteur mit dem Lifter rauf und dann gings los: Schnell oder vorsichtig - wir waren selber Steuermann und Bremser. Am Tourist-Info-Büro nahm die Mehrheit an einer Kräuterwanderung mit Kräuterfrau Bruni teil, der Rest der Gruppe wanderte zur Altenberger Pinge, ein großer Einbruchtrichter, der durch den Einbruch des Altenberger Bergwerks im Jahre 1620 entstand. Das Ende fand dieser 9 km lange Wandertag in der Altenberger Kräuterlikörfabrik, wo wir viel Wissenswertes über die Herstellung der bekannten Produkte erfuhren. Dieses Wissen vertieften wir noch durch die Verköstigung u.a. vom Altenberger Knoblauchschnaps.

Unser sachkundiger Wanderleiter startete am Freitag um 9.30 Uhr vom Hotel zur geplanten
6 - Stunden dauernden Königstour, der Drei-Berge-Tour über Kahleberg (905 m), Geisingberg (870 m) und Kohlhaukuppe (786 m). Leider hatte es einen Wettersturz gegeben, der Nebel, Regen und niedrige Temperaturen brachte. Unter diesen widrigen Umständen ging es über die Schneise 30 zum Kahleberg, dem höchsten Punkt im Osterzgebirge. Erwarten sollte uns ein herrlicher Blick und eine von der Rauheit des Wetters geprägte Landschaft, doch zu sehen war wegen des dichten Nebels nichts.

Der Abstieg folgte an der Sommerrodelbahn vorbei zum Tourist-Info-Büro Altenberg, wo wir uns entschlossen, die Wanderung nach 6 km wegen der Wetterkapriolen abzubrechen und den Linienbus nach Zinnwald zu nehmen. Bevor wir uns bei einem Kegelabend sportlich betätigten - hier gewann wieder das Damenteam -, wurde noch das zahlreiche Wellnessangebot im Hotel genutzt.

Ziel der letzten Wanderung war der Botanische Garten in Schellerau, den wir nach einer Schleife über den Kahleberg und vorbei am 833 m hohen Pöbelknochen erreichten. Der landschaftlich reizvoll gelegene Garten vermittelt nicht nur einen anschaulichen Überblick über die Flora des Erzgebirges sondern entlang eines Klangerlebnispfades konnte man ungewöhnliche Musikinstrumente ausprobieren. Der Rückweg führte uns über die endlos lange Schneise 31, am Trinkwasserspeicher vorbei nach Georgenfeld, das wir nach 16 km erreichten. Und am Abend spielte der DJ zum Tanz auf.

Der Hotelbus brachte uns am Sonntag nach Altenberg, von wo wir um 12.19 Uhr mit der Regionalbahn durch das Müglitztal nach Heidenau starteten. Dort blieb uns nur wenig Zeit zum umsteigen. Die Hälfte der Reisegruppe war in der S-Bahn nach Dresden eingestiegen, als die Türen verschlossen wurden und der Zug losfuhr, verdutzte Fahrgäste im Zug und denen auf dem Bahnsteig zurückgelassenen. Hektische Betriebsamkeit in beiden Gruppen, da der ICE nach Leipzig pünktlich abfahren würde. Glück im Unglück hatten die Zurückgebliebenen, denn ein Großraumtaxi war frei und im ruhigen Sonntagsverkehr wurde der HBf Dresden noch pünktlich zur Abfahrt erreicht. Ohne weitere Unannehmlichkeiten wurde in Leipzig der IC nach Frankfurt und die Regionalbahnen nach Wiesbaden und Niederwalluf erreicht.

Fazit: Eine harmonische Wandergruppe, ein gutes Hotel mit vielen Möglichkeiten aktiv zu sein, Erholung und Wellness zu genießen sowie schöne Wanderwege in einer reizvollen Umgebung mit zahlreichen sportlichen Aktivitäten. Dafür ein herzliches Dankeschön an unseren Wanderwart Rainer Dörry. Doch warum mußte bei den ersten Wanderungen so ein hohes Tempo gegangen werden?

Manfred Lerch

 

Erzgebirge-Bild-1-kl

Erzgebirge-Bild-2-kl

Erzgebirge-Bild-3-kl

Erzgebirge-2-kl

Erzgebirge-Bild-4-kl