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4. Hit-Wanderfreizeit: Jacobsweg von Ponferada nach Santiago de Compostela -
von 7. bis 21. Mai 2006

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Am 07. Mai 2006 trafen sich am Flughafen Frankfurt 17 erwartungsvolle Wanderer zum Start der Wanderwoche in Spanien. Nach verspätetem Start in Frankfurt um eine Stunde konnte auf dem Weg vom Zwischenstopp in Palma de Mallorca zu unserem Ziel in Santiago etwas Zeit gut gemacht werden.

Wie es für einen Wanderurlaub nicht ungünstiger sein kann, erwartete uns in Santiago Regenwetter. In flotter Fahrt brachte uns unser Busfahrer nach Ponferrada, dem Startpunkt unserer Wanderungen, wo wir im Hotel Bierzo Plaza die erste Nacht verbrachten. Nach einem sehr guten Abendessen - leider erst ab 21 Uhr - nutzten wir den kurzen Aufenthalt für einen kurzen Spaziergang zur Kirche und zur Burg.

Für den ersten Wandertag war bereits für 8:00 Uhr das Frühstück bestellt, da wir zur ersten Wanderung um 9:00 Uhr starten wollten, schließlich betrug die erste Etappe gleich 24 km. Fast pünktlich konnten wir zu dieser Etappe starten. Gut markiert führte unser Weg zunächst auf vielen asphaltierten Straßen, dann aber auch auf Schotterwegen durch eine eindrucksvolle Landschaft mit vielen Weinbergen entlang des Weges Richtung Villafranca zum Ziel, dem Hotel Parador de Villafranca, einer staatlichen Einrichtung. Deshalb ließ die Freundlichkeit des Personals zu wünschen übrig. Entschädigung gab das üppige Frühstück am folgenden Morgen.

Nach ausgiebigem Frühstück starteten wir zur zweiten Etappe nach Ambasmestas. Wir hatten uns einstimmig für den etwas längeren und steileren Weg, den Camino duro entschieden, da wir ansonsten sehr viel an der Hauptverkehrsstraße gehen müssten. Eine üppige Vegetation, bestehend aus weißem und gelbem Ginster sowie riesigen roten und weißen Erikabüschen sowie vielerlei anderen Blumen und Pflanzen, ließen den etwas beschwerlichen Weg leicht vergessen. Nach einer ausgedehnten Mittagsrast in Trabadelo folgte die letzte Wegstrecke entlang der alten Hauptstraße bis Ambasmestas. Nach angegebenen 16 km war wohl jeder froh, als wir unser Hotel CTR Ambasmestas erreicht hatten und uns bei einem kühlen Cervesa stärken konnten.

Eine sehr freundliche Bedienung und gutes Essen brachte die nötige Stärkung für die dritte Etappe, die wir wegen der zu erwartenden Hitze bereits um 8:30 starteten. Zum ersten Mal fiel das Frühstück spanisch/spartanisch aus. Etwas süßes Gebäck, hart getoastetes Weißbrot, etwas Butter und Marmelade. Aber jeder hat für Notzeiten etwas im Rucksack und auf dem Weg nach O'Cebreiro gab es auch Einkehrmöglichkeiten. Der Weg dorthin war wie immer gut ausgeschildert und führte manchmal steil, manchmal gleichmäßig bis auf die Höhe von 1250 m zu dem Wallfahrtsort O'Cebreiro, wo wir im Venta Celta, einem einfacheren Bauernhaus, unsere Unterkunft fanden. Zwei Zimmer unterm Dach waren nur über eine „Hühnerleiter" zu erreichen und dementsprechend beschwerlich der Koffertransport. Bis jetzt hatten wir nur schönes Wetter, aber an diesem Abend fing es an zu regnen und in der Nacht erfolgte ein ausgiebiges Gewitter. Das Abendessen war zwar einfach aber sehr schmackhaft. Das Frühstück dafür noch etwas sparsamer, eine harte Scheibe Weißbrot pro Person, Butter, Marmelade und Honig. Um 8:30 starteten wir zur nächsten Etappe über 21 km nach Triacastela. Durch das Gewitter gut abgekühlt führte unser Weg durch viele kleine Orte, die durch Landwirtschaft und Viehzucht geprägt sind. Zunächst zum höchsten Punkt unserer Wanderungen, dem Alto de Poio mit 1337 m. Dort waren wir 30 Minuten früher als geplant angekommen, so dass wir eine erste Rast einlegen konnten. Von da an ging es nur noch bergab und nach 4,5 Stunden erfolgte die Mittagsrast in einem kleinen Weiler am Weg. Nach einer kurzen Stärkung, das letzte Wegstück bis zum Ziel in Triacastela. Ein kleiner Ort, in dem man den Bautätigkeiten nach zu urteilen, davon ausgeht, dass noch viele Pilger hier Station machen werden. Und immer wieder trifft man Wanderer oder Pilger, denen man in den Tagen zuvor bereits begegnete. Die Unterkünfte sind heute in zwei Häusern, das Essen in einem kleinen Lokal, dem Casa David, sehr schmackhaft. Für das Frühstück am nächsten Tag mussten wir dann in ein anderes Lokal, in dem es nicht für alle gleichzeitig Sitzplätze gab. Das tat natürlich der Stimmung keinen Abbruch, denn an diesem Morgen musste erst mal unser Geburtstagskind Irma Rheinberger gefeiert werden, die heute ihren 70. Geburtstag beging.

Der 5. Wandertag begann mit leichtem Nebel, der sich jedoch bald lichtete. Je näher wir dann dem höchsten Punkt kamen, wurde der Nebel jedoch wieder dichter und es dauerte bis kurz vor unserem Ziel Sarria, bis er sich wieder verzogen hatte. Kurz vor Sarria wollten wir noch eine kurze Rast einlegen und so kam eine neu gebaute Herberge, die noch in keinem Wanderführer erwähnt ist, gerade recht. Eine sehr freundliche Wirtin brachte uns Essen und Getränke und hier stießen wir dann auch noch mal auf Irma's Geburtstag an, bevor wir die letzte Wegstrecke von 30 Minuten bis /um Hotel Roma in Sarria antraten. Für Samstag, den 13. 5. war Ruhetag angesagt, der unterschiedlich genutzt wurde, u.a. zu einem Besuch im Kloster Samos.

Die 6. und gleichzeitig eine der längsten Etappen begann am Sonntag wieder pünktlich um 8:30 Uhr bei dichtem Nebel in Sarria. Es dauerte nicht lange und es ging steil bergauf. Bei dem dichten Nebel ein Gefühl wie im Dampfbad. Doch wie es eifrigen Wanderern gebührt, lichtete sich der Nebel recht bald und es wurde wieder ein wunderschöner Wandertag durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit dem Ziel Hotel Vilasante in Portomarin, einem Ort, der in den sechziger Jahren einem Stausee weichen musste und am Berghang neu aufgebaut wurde. Nach vorübergehenden Irritationen (4 Betten in einem Zimmer) mussten wir feststellen, dass wir so große Zimmer noch an keinem Tag hatten.

Am nächsten Tag stand wieder eine Etappe von 24 km bevor, so dass wir noch eine Viertelstunde früher zum Abmarsch bereit waren, denn es galt auch noch eüiche Höhenmeter zu überwinden. Auf dieser Strecke herrschte reger Betrieb, denn ab hier sind es noch rund 100 km bis Santiago. Einzelwanderer und Wandergruppen aus vielen verschiedenen Ländern und auch aus Deutschland waren Richtung Santiago unterwegs. Nach 18 km erfolgte die große Rast und dann dauerte es nur noch eine Stunde bis zu unserem Ziel in Palas de Rei, dem Complejo La Cabana direkt am Ortseingang. Ein neuerbautes Areal mit mehreren Häusern. Das Abendessen wurde in mehreren Gängen serviert und schmeckte sehr gut.

Nun waren wir im galizischen Tiefland angekommen und die Wanderstrecken entsprechend nicht mehr ganz so anspruchsvoll. Von Palas de Rei führte die nächste Etappe nach Melide, wo wir alle im Hotel Carlos 96 untergebracht waren. Alles in allem kam dieses Hotel allen etwas schmuddelig vor, aber wir waren ja nur eine Nacht hier. Der nächste Tag führte uns dann von Melide nach Arzua durch viele kleine Bergdörfer zum Hotel Teodora und hier waren wir überrascht, da man sich unter einem Hostal eine einfache Herberge vorgestellt hatte und eine sehr schöne Unterkunft und gute Verpflegung erhielt. Nach einem ersten Rundgang in Arzua musste aber schnell das Hotel wieder aufgesucht werden, da es anfing zu regnen. Glücklicherweise regnete es nur in der Nacht, so dass wir am nächsten Morgen ohne Regenkleidung zur nächsten Etappe starten konnten.

Der vorletzte Tag führte von Arzua über 18 km nach Rua. Dort waren wir im Hotel O Pino untergebracht.

Und schon waren fast zwei Wochen vergangen und die letzte Etappe von Rua nach Santiago über 23 km stand bevor. Wieder starteten wir pünktlich und kamen am Nachmittag im Hotel Herradura an. Bis hierher benötigten wir keinen Schirm und kein Regencape, aber pünktlich am Abend fing es in Santiago an zu regnen und es regnete am Samstag, als wir zur Pilgermesse in der Kathedrale starteten, und es regnete am Sonntag, als wir -zur kurzfristig von Helga und Ursel organisierten - Stadtführung starteten.Aber das konnte niemanden mehr erschüttern, denn zwei herrliche Wanderwochen ohne Regen waren zu Ende und alle, die daran teilnahmen, fuhren begeistert nach Hause.

Renate Fleischer

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