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1. Hit-Wanderfreizeit: Von der Elbe zur Neisse
von 25. Sept. bis 3. Okt. 2004

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Wanderfreizeit im Reich der Steine
140 Kilometer von der Elbe bis zur Neiße

Eine Wanderfreizeit auf gut markierten Wegen in das Reich der Steine, die durch Wetterkapriolen und anstrengende Auf- und Abstiege von den 26 Wanderbegeisterten sportliche Belastbarkeit und Trittsicherheit verlangte.

Problemlos und zügig verlief die Anreise über die A5/A4 bis Dresden, wo wir bei der Stadtdurchfahrt bekannte Bauwerke sowie den Hochwasserstand 2002 in Augenschein nehmen konnten. Kurz danach war unser Ziel, das „Romantik-Hotel Deutsches Haus“ in der historischen Altstadt von Pirna erreicht. Im Gewölbekeller, bei sehr gutem Essen und hervorragendem Service, nutzten wir die Zeit zum gegenseitigen Beschnuppern.

Am Sonntag sollte uns ein anstrengender Tag bevorstehen, denn drei Auf- und zwei Abstiege über Klettersteige standen an und Rainer hatte das Frühstück bereits für 7:00 Uhr bestellt. Der Bahnfahrt nach Stadt Wehlen folgte die Elbequerung mittels Fähre. Nun wurde es ernst; vorbei am „Steinernen Tisch“ und den „Schwedenlöchern“ wurde das Naturdenkmal „Bastei“ erklommen. Nach kurzem Aufenthalt ging es abwärts, am Amselsee vorbei bis zur Rathener Felsenfest, wo nach einem Tänzchen auf der Gierfähre die Mittagsrast im Festzelt erfolgte. Frisch gestärkt ging es zum Bollwerk aus Fels und Stein - der größten Bergfestung Europas, die nie erobert wurde -, die „Feste Königstein“. Nach der einstündigen Besichtigung ging es erneut hinab nach Königstein und hinauf zum Parkhotel „Margarethenhof“ im Kurort Gohrisch. Schöne Zimmer und die nette Bedienung ließen uns schnell Regen und die mühevollen 25 km vergessen.

Obwohl Papstdorf/Pabststein und Pfaffenstein am nächsten Tag bei der 20 km langen Etappe auf unserem Weg lagen, das Wetter blieb trist. In Krippen setzten wir ein letztes Mal über die Elbe, bevor in Bad Schandau mit Hilfe des 1904 erbauten Personenaufzuges 50 Höhenmeter zur Gemeinde Ostroh zurückgelegt wurden. Weiter ging es durch die „Schrammsteine“ nach Schmilka und dem Grenzübertritt bei Hrensko (Böhmen) mit Übernachtung im Hotel „Praha“.

Am Dienstag ging es ins Kamnitztal zur Edmundsklamm (Stille Klamm). Ein unvergeßliches Ereignis stellte die Fahrt auf der sonderbaren, geheimnisvoll ruhigen Flußoberfläche mit einem hölzernen Kahn, dessen Antrieb nur durch die lange Fährmannstange gewährleistet ist, dar. Besonders, wenn die menschliche Phantasie den Felsengebilden konkrete Formen und Namen gibt, wie es unser Fährmann mit seiner lustigen Art getan hat.
Der Anstieg zum „Prebischtor“ - ein 21 Meter hohes Felsengebilde, welches das größte Sandstein-Felsentor in Europa ist – führte zwischen Kliften entlang auf 430 Höhenmeter. Nach einer Rast mit Besichtigung der Sandstein-Formation ging es über den Gabrielensteig in unser Hotel „Mezni Louka“, das wir nach 19 km erreichten. Hier die nächste Überraschung, denn um 21:00 Uhr wurde die Bewirtung eingestellt.

Bei der 20 km langen Wanderung am Mittwoch von Mezni Louka (250 m) nach Studeny (340 m) über Saunstein (250 m), Ostroh und Marienfels (484 m) wurden wir von einem Gewitter überrascht, so daß wir beim Abstieg nach Jetrichovice unter einem Felsüberhang Schutz suchen mußten. Auf mittlerweilen aufgeweichten Pfaden ging es, am Bach Kamenice entlang, zur Pension „Kamzik“, unserem heutigen Ziel.

Die Wetterkapriolen und die schweren Vortagestouren sorgten tags danach für einen größeren Schwund. Nach dem Geburtstagsständchen für unseren Süßwarenspender Kurt machte sich die verbleibende Schar in dichtem Nebel an den schweren Aufstieg zum Studenec. Danach lichtete sich der Nebel und der „Goldene Oktober“ kündigte sich an und schon wurde es eine flotte Wanderung. Durch Wald und Feld, auf dem Europawanderweg E3, ging es zum Bahnhof Jedlova und zur Burg Tollenstein, wo wir bereits - von den am Morgen per Bus Vorausgeeilten - erwartet wurden. Nochmals durch ein Tal hinunter nach Lesne und hinauf zum „Oberlausitzer Bergweg“, immer entlang der Deutsch/Tschechischen Grenze, ging es zur Bergbaude „Chata Luz“. Bergbaude - eine urige Berghütte mit sehr kleinen, einfachsten Zimmern und Waschgelegenheit/WC auf dem Flur, aber nach 24 km war es uns egal.

Nach dem Kampf um`s Waschbecken/WC und einfachem Frühstück erfolgte am Freitag von Chata Luz (650 m) aus die freiwillige Besteigung des Luz/Lausche (793 m). Ab der Staatsgrenze bei Waltersdorf ging es weiter zu den geologischen Naturdenkmälern „Falkenstein“ und „Mühlsteinbrüche“ mit „Orgelpfeifen-Steine“ und „Schwarzes Loch“. Durch den Hochwald zum 749 m hoch gelegenen Aussichtsturm; zurück mit dem Bähnle, per Pedes oder gleich direkt, das Ziel nach 17 km war das Hotel „Haus Hubertus“ in Oybin.

Auslaufen war am letzen Wandertag auf der 14 km langen Flachstrecke, entlang der Neiße zum Dreiländereck BRD-PL-CZ, nach Zittau angesagt. Da das Hotel „Riedel“ bereits um 13 Uhr erreicht war, stand der Nachmittag zur freien Verfügung, was zum Besuch des Polenmarktes und der Zittauer Altstadt genutzt wurde.

Mit der Gewißheit, in der Wanderfreizeit sportlich einiges geleistet zu haben, machten wir uns auf den 601 km langen Heimweg. Busfahrer Rainer chauffierte uns 40 km durch die Oberlausitz, 532 km auf der A4/A5 und 30 km durch heimische Gefilde sicher und ohne Probleme nach Hause. Eine gut organisierte Wanderfreizeit durch die Wanderführer Rainer Dörry und Sylvia Beck ging damit zu Ende. Vielen Dank dafür.

Manfred Lerch

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